Wenn ein Haustier stirbt, müssen Familien oft mehrere Entscheidungen gleichzeitig treffen, mit denen sie vorher nie zu tun hatten: was mit dem Körper geschehen soll, wen man zuerst anruft und was mit der Asche passiert. Diese Anleitung führt Sie ruhig durch jeden Schritt, damit Sie nicht jede Antwort einzeln zusammensuchen müssen.
PetErnita ist ein unabhängiger, technologiebasierter Ratgeber rund um das Lebensende von Haustieren in Deutschland. Diese Anleitung begleitet Sie durch jede Entscheidung, klar und ohne kommerziellen Druck.
- Es besteht keine unmittelbare Eile: Der Körper kann an einem kühlen Ort einige Stunden aufbewahrt werden.
- Eine Gartenbestattung ist auf dem eigenen Grundstück erlaubt (mind. 50 cm Erdüberdeckung, § 27 TierNebV), auf öffentlichem Grund oder im Wald jedoch nicht.
- Eine Einschläferung darf nur durch eine Tierärztin oder einen Tierarzt durchgeführt werden.
- Die Mikrochip-Abmeldung bei TASSO oder Findefix ist nicht gesetzlich vorgeschrieben, aber sinnvoll.
- Die Abmeldung der Hundesteuer bei Ihrer Gemeinde ist ein eigener, oft vergessener Schritt.
Das Wichtigste zuerst: Nehmen Sie sich einen Moment
Wenn Ihr Haustier gerade gestorben ist, müssen Sie nicht in den nächsten Minuten handeln. Betten Sie es an einem kühlen, schattigen Ort, fern von direkter Sonne und Heizungswärme. Es besteht keine unmittelbare Eile. Atmen Sie durch und lesen Sie in Ruhe weiter.
Szenario 1: Ihr Haustier stirbt zu Hause
Das kommt häufiger vor, als man denkt, besonders bei älteren Tieren oder im fortgeschrittenen Krankheitsverlauf. Die Schritte dabei:
- Den Tod bestätigen. Ist keine Tierärztin oder kein Tierarzt anwesend, achten Sie auf fehlende Atmung, fehlenden Herzschlag, keine Reaktion auf Berührung und starre, geweitete Pupillen. Im Zweifel rufen Sie Ihre Praxis oder einen tierärztlichen Notdienst an und schildern Sie die Situation. Am Telefon kann man Ihnen oft weiterhelfen.
- Ihr Tier an einen kühlen Ort betten. Vermeiden Sie direkte Sonne oder Wärmequellen. Eine saubere Decke oder ein Handtuch eignen sich gut. Legen Sie kein Eis direkt auf den Körper. Falls Sie möchten, ist jetzt auch der Moment für ein Foto, eine Haarlocke oder das Lieblingsspielzeug als Andenken. Es gibt dafür keine feste Reihenfolge und keinen Zeitdruck.
- Bei plötzlichem, unerwartetem Tod: Wenn Sie die Ursache klären möchten, sprechen Sie das möglichst früh mit Ihrer Tierärztin oder Ihrem Tierarzt an. Manche Praxen können den Körper bei längerer Wartezeit kühlen, eine Untersuchung der Todesursache ist nach dem Einfrieren jedoch meist nicht mehr sinnvoll möglich.
- Praxis oder Bestattungsdienst kontaktieren. Diese koordinieren die Abholung. In den meisten Regionen ist eine Abholung innerhalb von 24 Stunden möglich.
- Über die Art der Versorgung entscheiden: Einzel- oder Gemeinschaftseinäscherung oder, je nach eigenem Grundstück, eine Gartenbestattung.
Szenario 2: Eine Einschläferung steht bevor
Oft kommt der Tod nicht plötzlich, sondern nach Krankheit, Leiden oder nachlassender Lebensqualität. Die Einschläferung ist der Vorgang, mit dem eine approbierte Tierärztin oder ein approbierter Tierarzt dem Leiden eines Tieres bewusst, schnell und schmerzfrei ein Ende setzt: ein Akt der Fürsorge, kein Versagen.
Wann ist der richtige Zeitpunkt? Eine allgemeingültige Antwort gibt es nicht. Häufige Anzeichen: Ihr Tier kann nicht mehr selbstständig fressen, trinken oder sich bewegen; Schmerzen lassen sich medikamentös nicht mehr ausreichend lindern; die schlechten Momente überwiegen klar die guten. Ihre Tierärztin oder Ihr Tierarzt kann Ihnen helfen, die Situation objektiv einzuschätzen. Wie eine Einschläferung zu Hause im Detail abläuft und worauf Sie sich einstellen sollten, erklären wir in einem eigenen Ratgeber.
Einschläferung in der Praxis oder zu Hause
Medizinisch ist der Ablauf identisch. Der Unterschied liegt in Umgebung und Kosten:
In der Praxis
Günstiger, meist ca. 50–150 € gesamt
Medizinisches Umfeld, kann Stress verursachen
Meist kurzfristig innerhalb der Sprechzeiten möglich
Die ganze Familie kann anwesend sein
Als Hausbesuch
Teurer durch Anfahrt, meist ca. 150–300 € gesamt
Vertraute Umgebung, Ihr Tier bleibt entspannter
Terminvereinbarung nötig, ggf. Wartezeit
Mehr Ruhe und Privatsphäre für die Familie
Grundlage der Preisspannen: die bundesweite Gebührenordnung für Tierärzte (GOT), Fassung 2022. Ausführliche, quellenbasierte Preisaufschlüsselungen finden Sie in unseren Ratgebern zur Einschläferung beim Hund, zur Einschläferung bei der Katze und zum Hausbesuch.
Besondere Situationen
Der Ablauf unterscheidet sich je nach Umständen:
- Plötzlicher, unerwarteter Tod: emotional oft schwerer zu verarbeiten; ziehen Sie bei Unklarheit über die Ursache eine tierärztliche Untersuchung in Betracht, wie oben beschrieben.
- Tod am Wochenende oder nachts: siehe die FAQ unten zum tierärztlichen Notdienst und zur Notdienstgebühr.
- Tod während eines Urlaubs innerhalb Deutschlands: derselbe Ablauf wie zu Hause, nur über die örtliche Praxis oder einen Bestattungsdienst vor Ort.
- Tod im Ausland: deutlich komplexer, da die Vorschriften des jeweiligen Landes gelten und eine Rückführung nach Deutschland aufwendig ist. Wenden Sie sich in diesem Fall an die Tierärztin oder den Tierarzt vor Ort und, falls nötig, an die deutsche Botschaft oder das Konsulat.
Zwei Behördengänge, die leicht vergessen werden
Nach dem Tod eines Haustiers gibt es zwei getrennte administrative Schritte, die nichts miteinander zu tun haben, aber beide real sind:
- Mikrochip-Abmeldung. Eine Abmeldung ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Sinnvoll ist sie trotzdem: Solange der Chip aktiv bei TASSO e.V. oder Findefix registriert bleibt, führt das Register Ihr Tier weiterhin als lebend. Beide Register bieten dafür ein kostenloses Online-Formular an. Ausführliche Anleitung: Mikrochip eines verstorbenen Haustiers abmelden →
- Hundesteuer abmelden. Bei Hunden kommt ein zweiter, oft übersehener Schritt hinzu: die Abmeldung bei der Hundesteuerstelle Ihrer Gemeinde oder Stadt. Andernfalls läuft die Steuerpflicht formal weiter. Da jede Gemeinde ihre eigene Hundesteuersatzung hat, prüfen Sie das genaue Verfahren direkt bei Ihrer Stadt- oder Gemeindeverwaltung.
Was passiert mit dem Körper?
Für den Körper Ihres Haustiers gibt es in Deutschland im Kern drei reale Wege:
- Einäscherung in einem dafür zugelassenen Tierkrematorium, als Einzel- oder Gemeinschaftseinäscherung. Eine ausführliche Gegenüberstellung mit Preisen finden Sie hier: Einzelkremation vs. Sammelkremation →
- Bestattung im eigenen Garten, sofern die Voraussetzungen aus § 27 TierNebV eingehalten werden (mindestens 50 cm Erdüberdeckung, kein Wasserschutzgebiet, kein öffentlicher Weg in der Nähe). Details: Haustier im Garten beerdigen →
- Tierkörperbeseitigung (TBA): ein deutlich einfacherer, kostengünstiger Entsorgungsweg über eine dafür zugelassene Sammelstelle, meist über die Tierarztpraxis organisiert. Es wird keine Asche zurückgegeben; dieser Weg ist von der Einäscherung klar zu unterscheiden.
Die Abholung des Körpers
Für die Abholung gibt es drei Wege:
- Über PetErnita: Kontaktieren Sie uns, wir vermitteln den Kontakt zu einem passenden Anbieter aus unserem Netzwerk für die Abholung. Der Transport ist bei den meisten Anbietern bereits im Preis enthalten. Kontakt aufnehmen →
- Über die Tierarztpraxis: die häufigste Variante. Die Praxis organisiert den Transport zu einem Partnerkrematorium. Sie müssen lediglich zustimmen.
- Über einen eigenen Abholservice direkt bei Ihnen zu Hause: viele Krematorien und Bestattungsdienste bieten diesen Service unabhängig an. Details und Kosten: Abholung eines verstorbenen Haustiers →
Über die Kosten der Einäscherung selbst, abhängig vom Gewicht Ihres Tieres und der Region, informiert unser nationaler Überblick: Was kostet eine Einäscherung in Deutschland? →
Was tun mit der Asche?
Wenn Sie sich für eine Einzeleinäscherung entscheiden, erhalten Sie die Asche Ihres Tieres zusammen mit einer namentlichen Bescheinigung zurück. Was danach damit geschieht, ist ganz Ihre eigene Entscheidung, von der Aufbewahrung zu Hause bis zum Verstreuen an einem bedeutungsvollen Ort. Eine ausführliche Übersicht aller Optionen finden Sie hier: Was tun mit der Asche Ihres Haustiers? →
Checkliste: Entscheidungen, die vor Ihnen liegen
- Ist der Tod bereits eingetreten, oder steht eine Einschläferung noch bevor (und falls ja: in der Praxis oder zu Hause)?
- Einzel- oder Gemeinschaftseinäscherung oder, falls möglich, eine Gartenbestattung?
- Abholung über die Praxis, über PetErnita oder über einen eigenen Abholservice?
- Mikrochip bei TASSO oder Findefix abmelden.
- Bei Hunden zusätzlich: Hundesteuer bei der Gemeinde abmelden.
- Was soll mit der Asche geschehen, falls Sie sich für eine Einzeleinäscherung entscheiden?
Häufig gestellte Fragen
Was muss ich sofort tun, wenn mein Haustier zu Hause stirbt?
Sie müssen nicht in den nächsten Minuten handeln. Betten Sie Ihr Tier an einem kühlen, schattigen Ort, fern von direkter Sonne und Heizung. Bestätigen Sie den Tod nach Möglichkeit mit einer Tierärztin oder einem Tierarzt und kontaktieren Sie anschließend Ihre Praxis oder einen Bestattungsdienst, um Abholung und Einäscherung oder Bestattung zu organisieren.
Darf ich mein Haustier im Garten begraben?
Ja, auf dem eigenen Grundstück ist das nach § 27 TierNebV grundsätzlich erlaubt. Voraussetzung: der Körper wird mit mindestens 50 Zentimetern Erde bedeckt und die Stelle liegt nicht in einem Wasserschutzgebiet oder in der Nähe öffentlicher Wege. Eine Bestattung auf öffentlichem Grund, im Wald oder auf fremdem Grundstück ohne Zustimmung ist nicht erlaubt und kann nach § 14 TierNebG mit einem Bußgeld von bis zu 100.000 € geahndet werden. (Die vielfach kursierende Zahl von "15.000 €" ist nicht korrekt und lässt sich nicht auf den Gesetzestext zurückführen.)
Was kostet eine Einschläferung beim Tierarzt oder zu Hause?
In der Praxis liegt eine Einschläferung meist bei etwa 50–150 €. Bei einem Hausbesuch kommen Anfahrt und gegebenenfalls ein Notdienstzuschlag hinzu, sodass realistisch mit 150–300 € zu rechnen ist. Grundlage ist die bundesweit geltende Gebührenordnung für Tierärzte (GOT), die seit November 2022 in überarbeiteter Fassung gilt.
Muss ich den Mikrochip meines verstorbenen Haustiers abmelden?
Eine Abmeldung ist gesetzlich nicht vorgeschrieben. Sinnvoll ist sie trotzdem: Solange der Chip aktiv im Register von TASSO e.V. oder Findefix eingetragen bleibt, führt das Register Ihr Tier weiterhin als lebend. Die Abmeldung ist bei beiden Registern kostenlos und online möglich.
Muss ich die Hundesteuer abmelden, wenn mein Hund stirbt?
Ja. Der Tod eines Hundes muss dem zuständigen Ordnungs- oder Steueramt der Gemeinde oder Stadt gemeldet werden, damit die Hundesteuer nicht weiterläuft. Fristen und genaues Verfahren regelt jede Gemeinde in ihrer eigenen Hundesteuersatzung. Prüfen Sie daher die Website Ihrer Gemeinde oder rufen Sie dort an.
Was passiert, wenn mein Haustier am Wochenende oder nachts stirbt?
Ein Körper kann an einem kühlen Ort einige Stunden ohne Probleme aufbewahrt werden, es besteht keine Eile. Falls noch eine Einschläferung ansteht, bieten viele Praxen einen tierärztlichen Notdienst an. Für Leistungen außerhalb der regulären Sprechzeiten (werktags von 18 bis 8 Uhr, freitags von 18 Uhr bis montags 8 Uhr sowie an Feiertagen) sieht die GOT zusätzlich zur eigentlichen Leistung eine gesonderte Notdienstgebühr von 50 € vor.
Was tun, wenn mein Haustier im Urlaub oder im Ausland stirbt?
Stirbt Ihr Tier während eines Urlaubs innerhalb Deutschlands, gilt derselbe Ablauf wie zu Hause, nur eben über die örtliche Tierarztpraxis oder einen Bestattungsdienst vor Ort. Stirbt Ihr Tier im Ausland, ist die Lage deutlich komplexer: Es gelten die Vorschriften des jeweiligen Landes, und eine Rückführung nach Deutschland ist aufwendig und nicht immer möglich. Wenden Sie sich in diesem Fall an die Tierärztin oder den Tierarzt vor Ort und, falls nötig, an die deutsche Botschaft oder das Konsulat.
Individuelle oder Gemeinschaftseinäscherung: Was ist der Unterschied?
Bei der Einzeleinäscherung wird Ihr Tier allein im Ofen eingeäschert und Sie erhalten garantiert seine eigene Asche zurück. Bei der Sammel- oder Gemeinschaftseinäscherung werden mehrere Tiere gemeinsam eingeäschert; die Asche wird nicht zurückgegeben, sondern würdevoll durch den Betrieb verstreut. Die Gemeinschaftsvariante ist günstiger, die Einzeleinäscherung ist die einzige Option, wenn Sie die Asche behalten möchten.
Wer darf den Körper eines verstorbenen Haustiers abholen und transportieren?
Meist übernimmt das die Tierarztpraxis, die den Transport zu einem Partnerkrematorium organisiert. Alternativ bieten viele Krematorien und Bestattungsdienste eine Abholung direkt bei Ihnen zu Hause an. Eine dritte, seltener gewählte Möglichkeit ist die Abgabe über die Tierkörperbeseitigung (TBA), eine kostengünstige Entsorgung ohne Rückgabe von Asche, die vom eigentlichen Einäscherungsweg klar getrennt ist.
Quellen und rechtliche Hinweise
- § 27 Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsverordnung (TierNebV), gesetze-im-internet.de
- § 14 Tierische Nebenprodukte-Beseitigungsgesetz (TierNebG), Bußgeldvorschriften, gesetze-im-internet.de
- Gebührenordnung für Tierärztinnen und Tierärzte (GOT), Fassung 2022, gesetze-im-internet.de
- Bundestierärztekammer e.V.: Merkblatt zur GOT für Tierhalter:innen
- TASSO e.V.: Haustierregister
- Findefix, Haustierregister des Deutschen Tierschutzbundes: Tier als verstorben melden
Preisangaben sind Richtwerte auf Basis mehrerer unabhängiger, real veröffentlichter Quellen und stellen keine Festpreise dar. Regionale und individuelle Unterschiede sind möglich.
Letzte rechtliche Prüfung: Oktober 2026 · Redaktion PetErnita